In der Stille werdet ihr Schönheit erfahren, in der Schönheit die Wahrheit, in der Wahrheit die Liebe, in der Liebe die Stille. Meine Kinder, meine Geschöpfe, meine Schönen, seht und hört, hört und seht. Nutzt eure Sicht, die Wahrheit in der Schönheit zu sehen, nutzt eure Schnelligkeit, still zu stehen, nutzt eure Schönheit, die Wahrheit zu erkennen. Meine Kinder, meine Geschöpfe, all ihr sanften Rosen, ich habe nach euren Skulpturen gerufen, ich habe nach euren Bildern gerufen, ich habe nach eurem Lied gerufen, ich habe nach eurem Tanz gerufen. Schöne Kinder, schöne Geschöpfe, Gold ist nicht so wertvoll, Honig nicht so süß, Milch nicht so rein. Wie der Tiger beißt ihr, wie der Falke stoßt ihr herab, wie eine Katze pirscht ihr. Schöne Raubtiere! Süße Sukkubi! Wehmütige Inkubi! Kostet Jungfrauenblut und findet Seligkeit! Findet eure größte Freude, folget eurer grösten Freude, und wisset, daß ich euch gebannt beobachte, meine Kinder, meine Geschöpfe, meine Schönen...
(die Worte Arikels an ihre Kinder, aus dem Buch NOD)


Für die Toreador oder für jeden, der es wert ist, so zu heißen, ist Schönheit so wichtig wie Blut. Diese Kainskinder, die ultimativen Ästheten, geben sich der Erforschung, Schaffung und Bewahrung von Kunst in all ihren Formen hin, ob diese Kunst nun bewahrt werden möchte oder nicht. Die Toreador, die schnell vor einem Bild der Schönheit erstarren, können auch mit kalter Gemeinheit das zerstören, was ihnen missfällt. Und da dieselbe Schöpfung - oder derselbe Sterbliche – einer gleichen Anzahl von Toreador gefallen oder missfallen kann, kann es gefährlich sein, mit dem Clan zu tun zu haben. Von Anfang an sind die Toreador Jünger der Schönheit in all ihren Formen. Schönheit bedeutet ihnen so viel, weil sie ihr die Gesamtheit ihrer vampirischen Sinne widmen und in Ästhetik versinken. Sie betrachten sich als Bewahrer und Hüter des Exquisiten, die Fackelträger
der Inspiration. Von allen Clans sind die Toreador derjenige, der die Errungenschaften der menschlichen Klasse am meisten schätzt. Im Laufe der gesamten Geschichte hatten die Toreador stets mit sterblichen Künstlern und Kunstschaffenden zu tun. Viele Ahnen entsinnen sich noch des Glanzes des Goldenen Zeitalters - aber sie erinnern sich auch des Römischen Reiches, in dessen Verlauf die Toreador in Dekadenz und Exzessen versanken. Viele der Kunsthandwerker fielen bei der Plünderung Roms und jetzt streben die Toreador nach Mäßigung, um besser bewahren zu können, was sie am meisten
lieben. Im dunklen Mittelalter waren die Toreador Westeuropas eng verbunden mit der Kirche und den Kunstwerken, die sie hervorbrachte. Sie überwachten voller Freude die Kathedralen und viele erlebten fast so etwas wie religiöse Verzückung, wenn man ihnen außergewöhnliche Handwerkskunst oder Schönheit vorlegte. Besonders genießen sie Kunstwerke, die den Betrachter inspirieren. Leider hegen sie immer noch eine Liebe zum Genuss und zum Luxus, es ist einem Toreador ein leichtes, kultivierter Versuchung zu erliegen. Ihr Hang zu verschiedenen Formen der Sünde (soweit sie noch eine Regung in ihrer untoten Brust hervorrufen können) ist legendär. Ihr Verlangen, Wahrheit und Bedeutung im Schönen zu finden, hat manch einen achtlosen Toreador auf die eine oder andere Weise ins Verderben gestürzt. Zudem haben ihre Verachtung für die Politik und die Kainiten sie bei den anderen Clans nicht beliebt gemacht, die die Toreador üblicherweise als apathisch und nutzlos betrachten. Die Kunsthandwerker wissen das, aber die Meinung anderer ist ihnen ziemlich egal. Sie haben die Beweise die sie brauchen, dass es sich lohnt, ihrer Vision zu folgen.

Clansdisziplinen: Auspex, Celerity, Presence