In der singenden, zertrümmerten Mitternacht, im Korallensand der Zeit, durch die blutige Himmelspforte vorbei an den Schildwachen in meinem Geist. Führt Veränderungen so schnell herbei, lasst die Nacht des Schreckens anbrechen, vergießt das Blut Liebender, erzeugt den Geruch der Furcht. Ich sehe euch beobachten, wohin ich gehe, durch das mondbeschienene Jasminfeld. Hört gut zu, wenn ich spreche von Sternen und ihrer verflossenen Liebe. Vorbei an Klatschmohnfeldern, brennend hell. In Türme aus geschwärzten Knochen folgt mir, Bastard Kains. Komm mit mir. Ich habe kein Heim.
(Malkavs Worte, aus dem Buch NOD)

Die Malkavianer sind wahnsinnig, aber nicht so, wie die anderen glauben. Jeder Malkavianer sieht die Welt durch seine eigene gesprungene Linse der Wahrnehmung. Aber diese Verzerrung ist der Schlüssel zur Erleuchtung. Oft scheinen die Spinner mehr darüber zu wissen, was wirklich vor sich geht, als ihre geistig gesunden Brüder.

Vampire sind nicht leicht zu erschrecken. Sie haben den Tod schon überwunden und die Schwächen ihres sterblichen Ichs sind schon lange verschwunden. Aber die Kainiten vom Clan der Malkavianer machen selbst dem kühnsten Brujah oder dem übeltätigsten Setiten Sorgen. Wo immer sie hingehen, folgt ihnen der schale Gestank des Wahnsinns. Nach mittelalterlicher Auffassung war Wahnsinn mit das Schrecklichste, was man sich vorstellen konnte. Die meisten betrachteten ihn als eine Art Fluch Gottes (oder Zeichen des Teufels), nicht als eine Krankheit. Im Falle der Malkavianer gibt es im heutigen Wissensschatz der Kainiten Hinweise darauf, dass sie Recht haben könnten. In den alten Tagen, so behaupten zumindest einige der Wahnsinnigen, war Malkav eines der Lieblingskinder Kains. Kain suchte Weisheit in den entlegensten Winkeln der Welt und seine Nachfahren taten es ihm gleich. Aber es war weder Saulot noch Brujah, ja nicht einmal Kappadozius, der schließlich die Geheimnisse fand, die Kain suchte. Malkav brachte seinem Erzeuger Weisheit und Kain segnete das Kind und seine Linie mit der befreienden Gabe des Wahnsinns.

Der Clan der Malkavianer scheint die unzusammenhängendste Blutlinie von Vampiren zu sein. Man findet zu gleichen Teilen leicht verwirrte Seelen und sabbernde Psychoten und das ist nur ein Vorgeschmack der Vielfalt, die Malkavs Brut kennzeichnet. Wäre da nicht die gemeinsame Eigenschaft des Wahnsinns, man würde sie wahrscheinlich gar nicht für einen gemeinsamen Clan halten. Aber die anderen Clans haben gar keine andere Wahl, als sie anzuerkennen. Seit Generationen sind malkavianische Orakel Teil vampirischer Höfe und selbst die Lasombra antitribu und Ventrue werden, wenn sie Informationen brauchen, mit den Malkavianern zu Abend essen - mit einem langen Löffel. Bis zum heutigen Tage spielen sie die Thoren, die Hofnarren, die Seher und Idioten und enthüllen ständig neue, seltsame Geheimnisse, die unter ihrem Wahnsinn verborgen waren. Sie spielen Freund und Feind gleichermaßen bizarre, oft beunruhigende und manchmal gefährliche Streiche. Sie dienen einer Sache mit ganzer Seele oder schwirren wie betrunkene Motten zwischen Ereignissen hin und her. Letztendlich kann kein anderer Vampir genau voraussagen, welche Auswirkungen ein Malkavianer auf seine Umwelt haben wird.

Clansdisziplinen: Auspex, Dementation, Obfuscate